Lernen, sich selbst zu akzeptieren

CIMG2790Anstatt das ganze Leben lang zu überlegen, wie Du zu einem schlankeren Körper kommst, ist es vielleicht zielführender darüber nachzudenken, wie Du mit dem Körper, den Du hast, glücklich und gesund leben können. Immerhin gibt es wichtigere Dinge im Leben, oder? Gerne möchte ich Dir ein paar praktische Möglichkeiten anbieten, wie Du Dich immer mehr akzeptieren kannst.

Meine Erfahrung in meinen Coachings und Workshops zeigt dabei, dass dies kein Weg ist, den man anfängt zu gehen und der dann einfach Stück für Stück zum Ziel führt. Es ist in der Regel ein langer Weg, mit vielen Facetten, Stopps, Beschleunigern, Abhängen und steilen Bergen. Um diesen Weg beständig zu gehen, hilft Dir hoffentlich mein Buch oder der gleichnamige 10 Wochen Kurs, den ich bei Dicke e.V. anbiete. Besonders wichtig sind Hilfestellungen, wenn Dein Weg gerade mal wieder eine Ehrenrunde dreht und Du in dem Augenblick das Gefühl hast, wieder am Anfang zu stehen. Tust Du nicht, es ist nur eine Ehrenrunde. Dennoch fühlt es sich manchmal anders an.

Aber auch für den Einstieg im Hier und Jetzt haben ich einige Ideen für Dich, den ersten Weg der Akzeptanz zu gehen. Logisch, daß Du dabei selbst sehr genau schaust, was für Dich Sinn macht und was Du ausprobieren möchtest. Nicht alles muss passen, aber wenn ein oder zwei Tipps für Dich spannend sind, dann hat sich dieser Beitrag schon gelohnt.

Mache Dir immer wieder deutlich, wie absurd die Vorstellung ist, daß Dein Wert als Person mit Deinem Gewicht oder mit dem, was Menschen über Dein Gewicht denken, verbunden ist.

Erkenne und akzeptiere die biologische Funktion der Gewichtsregulierung. Du hast nicht beim Abnehmen versagt. Diäten funktionieren nicht. Nicht Du bist schwach oder falsch, sondern Diäten bauen auf unnatürlichen, körperfremden Annahmen auf, gegen die sich Dein Körper wehrt.

Beende Diäten und plane keine Neuen. Dies bedeutet, regelmäßige Mahlzeiten zu essen, einschließlich entsprechenden Süßigkeiten und Snacks – nach Deinem Hunger und Deinen Bedürfnissen. Viele Menschen, die für Jahre mit ihrem Gewicht gekämpft haben, finden heraus, daß sie nicht zunehmen (oder nur in der ersten Zeit), wenn sie mit Diäten aufhören.

Bewege Dich regelmäßig. Bewegung kann eine positive Wirkung auf Dein Selbstwertgefühl haben und Gesundheitsrisiken vermindern, ohne unbedingt zu Gewichts­reduktion zu führen.

Überprüfe Deinen Lebensstil. Ziel ist dabei nicht die Gewichtsabnahme, sondern ein gesunder Körper. Bei welchen Nahrungsmitteln fühlst Du Dich gut? Wie oft tut Bewegung gut? Hast Du genug Schlaf? Ich will hier keine allgemeingültigen Ratschläge geben, aber ich bin sicher, Du findest selbst mögliche Veränderungen, die Dir gut tun werden.

Informiere Dein Umfeld über die biologischen und genetischen Faktoren von Gewicht. Manchmal müssen Eltern, Ehegatten, Kinder und Freunde erst informiert werden, damit sie Dich nicht persönlich verantwortlich für Dein Gewicht machen und aufhören können, Dich zum Abnehmen zu drängen. Statt dessen können sie zu einer Quelle der Unterstützung in Deinem Leben werden. Wenn Du weiterhin gedrängt wirst, mache deutlich und unmissverständlich Deine persönlichen Grenzen klar und verbitte Dir diese Einmischung.

Wenn Du nach ausgiebiger Arbeit an diesem Thema Dich immer noch unwohl in Deinem Körper, mit Deinem Gewicht und Deinen Lebensumständen fühlst dann suche nach professioneller Unterstützung, in Form einer Therapie oder eines Coachings. Solltest Du dabei auf Menschen stoßen, die die Idee der Gewichtsabnahme zur Lösung aller Probleme verstärken, dann suche nochmals nach neuen Profis, die besser über Dicksein und den dazugehörenden Facetten  informiert sind.

Nutze das Internet, um Dich über die vielen tollen Menschen zu informieren, die sich auch schon auf den Weg gemacht haben, die zum Teil politisch aktiv sind und die sich als dicke Frauen und Männer eifrig als Vorbilder im Netz zeigen. Natürlich kannst Du auch in vielen Foren und sozialen Netzwerken Dich mit anderen dicken Menschen austauschen.

Nimm Kontakt zu lokalen Gruppen von dicken Menschen auf, wenn es solche in Deiner Gegend gibt. Natürlich soll es sich nicht um eine Gruppe handeln, die gemeinsam abnehmen will. Aber manchmal gibt es Selbsthilfegruppen. Du kannst so eine auch gut selber gründen, wenn Du Lust hast.  Fachübergreifende Selbsthilfeverbände helfen Dir bei der Raumsuche und machen auch ein bisschen Werbung.

Was gibt es noch für Tipps, die Du mit uns teilen willst, weil Sie Dir auf Deinem Weg geholfen haben? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!!!

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